Berlin, 15. April 2026 — Nach rund drei Jahren Entwicklungsarbeit hat das DiSTILL-Projekt (Digitales Simulations-Tool zur Weiterentwicklung des Lausitzer Reviers zur Internationalen Logistikdrehscheibe Lausitz) seinen Abschluss erreicht. Das digitale Planungs- und Simulations-Tool steht nun in einem finalen, im Projektverlauf kontinuierlich weiterentwickelten Entwicklungsstand zur Verfügung und wurde am 15. April 2026 im Rahmen einer digitalen Abschlussveranstaltung präsentiert.
Fortschrittliches Instrument für Transport- und Logistikplanung
Das im Projektverlauf schrittweise erweiterte und fachlich vertiefte DiSTILL-Tool bietet Unternehmen, Planern und regionalen Entscheidungsträgern eine umfassende Analyseplattform für multimodale Verkehrs- und Logistikprozesse in der Lausitz. Straßen-, Schienen- und Wasserverkehr werden integriert, sodass Transportströme transparent dargestellt sowie Engpässe und Kapazitätsrisiken frühzeitig identifiziert werden können.
Auf dieser Grundlage lassen sich zukünftige Entwicklungsszenarien bis 2040 simulieren, indem Parameter wie Verkehrsaufkommen oder infrastrukturelle Kapazitäten variiert werden. Ergänzend liefern detaillierte Mautdaten eine belastbare Datengrundlage zur Analyse realer Güterverkehrsströme. Für Logistikunternehmen entsteht damit ein konkreter Mehrwert: Transportketten können fundierter geplant, alternative Routen bewertet und Standortentscheidungen datenbasiert vorbereitet werden.
Die Integration des Trans-Europäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) sowie zentraler Korridore wie Nordsee-Ostsee, Rhein-Donau oder Skandinavien-Mittelmeer ermöglicht zudem eine Einordnung der Lausitz in übergeordnete europäische Verkehrsstrukturen. Ergänzend wurden Standortinformationen zu Flughäfen integriert, wodurch die Plattform die relevanten Verkehrsträger – Straße, Schiene, Wasserstraße sowie Luftverkehr – in einer gemeinsamen Betrachtung abbildet. Daraus ergeben sich neue Perspektiven für die Entwicklung und Positionierung der Lausitz als Logistikstandort im internationalen Kontext. Interessierte können die Funktionen des Tools direkt auf der DiSTILL-Plattform erkunden.
Wissenschaftlich-strategischer Nutzen
„DiSTILL ist ein Werkzeug, das Wissenschaft, strategische Planung und praktische Logistikanforderungen miteinander verbindet. Für Unternehmen und die öffentliche Hand in der Lausitz eröffnet das Tool neue Möglichkeiten, Transport- und Infrastrukturentscheidungen nicht nur auf Basis vergangener Daten, sondern unter Einbeziehung fundierter Zukunftsszenarien zu treffen. Das schafft Planungssicherheit und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Region als internationale Logistikdrehscheibe“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Frank Straube, Leiter des Fachgebiets Logistik an der TU Berlin und Projektleiter von DiSTILL, während der digitalen Abschlussveranstaltung.
„Das DiSTILL-Projekt hat wichtige Branchenakteure zusammengebracht und mit dem Simulationstool Potenziale sichtbar gemacht. Genau das braucht die Lausitz, um sich im Wettbewerb der Logistikstandorte klar zu positionieren und Zukunftsentscheidungen auf eine fundierte Basis zu stellen“, ergänzt André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Zugleich verdeutlichen die Erfahrungen die Bedeutung einer langfristigen institutionellen Einbindung solcher Projekte für eine nachhaltige Wirkung.
Praxisbezug und Anwenderstimmen
Die praktische Relevanz des Tools wurde ebenfalls durch Anwender auf der Veranstaltung deutlich. Ron Fiskal, Projektleiter bei der Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG, Niederlassung Ost, sagt: „Die Knotenpunkte und gebündelten Informationen im DiSTILL-Tool haben uns viel Recherchearbeit abgenommen und uns bei der Entwicklung einer neuen Transportkette von der Lausitz in die Schweiz unterstützt.“
Sven Noatzke, Geschäftsführer Lion Group: „Als Praxispartner war es spannend, die Zusammenarbeit in einem Verbundprojekt und die dafür notwendige Abstimmung kennenzulernen. Besonders der kostenfreie iFrame-Zugang zum Tool bietet aus unserer Sicht einen Mehrwert für unsere Kunden und Partner, da er transparente Einblicke in Verkehrs- und Standortdaten der Region ermöglicht.“
Mario Naumann, Head of Supply Chain & Site Logistics | Standortlogistikleiter, BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH: „Als assoziierter Partner haben wir die Projektidee von DiSTILL früh begleitet. Transparente und qualitativ hochwertige Daten sind ein wesentlicher Baustein für die strategische Weiterentwicklung unserer Standortlogistik. Gleichzeitig schaffen solche Analysen eine fundierte Grundlage, um Logistikpotenziale und neue Dienstleistungen des Industrieparks Lausitz gegenüber potenziellen Ansiedlern überzeugend darzustellen.“
Roland Peine, Technischer Geschäftsführer ASG Spremberg GmbH – Betreibergesellschaft vom ISP: „Als Industrieparkbetreiber ist das DISTILL-Tool für uns ein wertvoller Wissensschatz: Es unterstützt unsere Gespräche mit den Unternehmen vor Ort, ihre Business-Development-Aktivitäten sowie die Bewertung neuer Transportketten – insbesondere bei der Abwägung zwischen Straße und Schiene.“
Uwe Franz, Teamleiter Umschlaglager / Transport-Related Warehousing bei Rhenus Freight East GmbH, ergänzt: „Die Ergebnisse aus dem DiSTILL-Tool sind für uns sehr wertvoll, da sie fundierte Informationen liefern und uns zugleich bei der gezielten Ansprache neuer Kunden unterstützen.“
Langfristige Nutzung gesichert
Obwohl das Projekt offiziell am 30. April 2026 endet, bleibt das Tool für mindestens zehn Jahre zugänglich. Daten und Plattform stehen weiterhin bereit, sodass Unternehmen, Planer und Institutionen die Informationen für fundierte Entscheidungen über Infrastruktur, Transportketten und Standortentwicklung nutzen können. Interessierte können die Funktionen des Tools weiterhin auf der DiSTILL-Plattform abrufen: www.distill-lausitz.de sowie zeitnah auf der Webseite der IHK Cottbus.
Über DiSTILL
Das Projekt DISTILL widmet sich der Unterstützung des Lausitzer Reviers im Zuge des Strukturwandels und liefert einen Beitrag, um die Region auf die logistischen Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. Ihre Stärken und derzeitigen Entwicklungschancen können die Region zu einem Schlüsselakteur nachhaltiger Wertschöpfungsnetzwerke in Europa machen. Bis zum Projektende Februar 2026 sollen verschiedene Teilziele im Projekt erreicht werden. Dazu zählt die Entwicklung des digitalen Simulationsmodells des Logistiknetzwerkes der Lausitz, um die Logistikleistung der Region messbar zu machen. Das Tool unterstützt Anwender bei der Planung von infrastrukturellen und organisatorischen Maßnahmen und ermöglicht so bessere Kosten-Nutzen-Abschätzungen sowie Planbarkeit bei entsprechenden Projekten. Das Projekt DiSTILL wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit rund 2 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert.
Weitere Informationen: www.distill-lausitz.de



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